
Für unsere Hartmetallfertigung kommen zwei Rohstoffe zum Einsatz, Wolframcarbid und Kobalt. Damit erreichen wir hohe Härte in Kombination mit optimaler Zähigkeit sowie Verschleißfestigkeit.
Gibt es Qualitätsunterschiede in den Rohstoffen?
Wir beziehen aus unterschiedlichen Quellen. Wichtig ist uns die hohe Reinheit. Jede Verunreinigung beeinflusst Festigkeit und Bruchverhalten.
Wie sehen die Qualitätskontrollen aus?
Zum einen haben wir die Lieferantenspezifikation und das Analysezertifikat. Zum anderen machen wir eine hundertprozentige Eingangskontrolle und überprüfen die Rohstoffe in unserem eigenen Werkstofflabor. Erst dann werden sie zur Produktion freigegeben.
Und wie stellen Sie mit den zwei Rohstoffen das breite Sortenspektrum von BETEK her?
Mit den Zwei kann man eine Riesenpalette produzieren. Wolframcarbid ist ja der Hartstoff und sehr spröde. Kobalt ist weich und verformbar und sozusagen der Binder. Durch Variieren der Mengenanteile erzielt man die unterschiedlichsten Eigenschaften. Dann spielt die Korngröße eine Rolle. Mit ihr verändern sich die Hartmetalleigenschaften.
Extrem feine Körnung gibt sehr harte und verschleißfeste Qualitäten. Für unsere Werkzeuge sind Korngrößen zwischen 3 und 50 µm ideal. Je nach gewünschter Hartmetallsorte mahlen und homogenisieren wir entsprechend die Rohstoffe.
Voraussetzung für gleichbleibend hohe Qualität sind unsere modernen Sinteranlagen. Beim Sintern müssen alle Fertigungsschritte der Vorstufen exakt aufeinander abgestimmt sein. Die Vorstufen sind so weit optimiert, dass wir die Nachverdichtung mit Argon am Ende des Sinterprozesses nur aus Sicherheitsgründen einsetzen.
Bei dieser Nachverdichtung wird eine eventuell noch vorhandene Restporosität eliminiert. Ein porenfreies Hartmetall ist heute Grundvoraussetzung für Top-Qualität. Während des Sinterns müssen genaue Temperaturen eingehalten werden, die ganz fein abgestimmt sind auf den Kohlenstoffgehalt der Rohstoffmischung. Wir reden
da von einem sehr kleinen Temperaturfenster, in dem wir uns bewegen können. Aus diesem Grund wird auch chargenweise verarbeitet, weil es in den Mischungen trotz Ausgleichsberechnung naturgemäß geringe Schwankungen im Kohlenstoffgehalt gibt.
Geht Ihnen auch mal eine Charge verloren?
Eigentlich nur bei technischen Ausfällen. Wir haben sehr erfahrene und engagierte Mitarbeiter, die immer ein Auge darauf haben, dass alles perfekt abläuft. Zudem arbeitet unser Team sehr eng zusammen. Alle sind zu hundert Prozent dabei, damit der Prozess ohne Schwankungen verläuft.
Was passiert am Ende der Fertigungsprozesses?
Es erfolgen die Endprüfungen. Dafür werden Teile, die an verschiedenen Stellen der Sintercharge entnommen wurden, im Labor auf Herz und Nieren geprüft. Die so gewonnenen Werten, zum Beispiel Gefügeausbildung, Porosität, magnetische Sättigung und Koerzitivkraft lassen genaue Rückschlüsse auf die Qualität zu.