
Wir wollen trotz hoher Lohnkosten in Deutschland weltweit konkurrenzfähig bleiben. Dazu müssen wir kostengünstig produzieren. Die Lötstraße läuft zum Beispiel im 3-Schicht-Betrieb.
Welche Produktionsbereiche werden hauptrangig automatisiert?
Überall, wo große Serien gefertigt werden, automatisieren wir weitgehend. Besagte Lötstraße funktioniert vollautomatisch, bestückt die Drehteile mit Lot und Hartmetall, die zuvor sortiert und lagerichtig zugeführt wurden. Gesteuerte Vakuumsauger nehmen die Teile auf und führen sie präzise dem Fertigungsprozess zu. Hier legt keiner mehr Hand an.
Das ist ihre Flexibilität. Auf den Anlagen laufen die unterschiedlichsten Produkte mit höchst verschiedenen Abmessungen und Formen. Ziel dabei ist, möglichst wenig Umrüstzeiten zu haben.
Wo liegen die Grenzen der Automatisierung?
Das ist immer ein Rechenexempel. Bei Großmeißeln ist der Automatisierungsgrad nicht so hoch. Mehr Automatisierung ist aber auch hier angedacht. Wir haben übrigens jüngst eine ganz neue robotergesteuerte Löt- und Härteanlage in Betrieb genommen. Hier werden so große Teile wie Pflugschare und Grubberschare vergütet und verlötet. Die Bestückung erfolgt noch durch einen Mitarbeiter, aber der weitere Prozess wird von der Anlage übernommen. Das hat auch Gründe des Arbeitsschutzes, denn in der Fertigungsfolge werden die Teile über 1.000 Grad erhitzt. So ein großes Teil strahlt enorme Hitze ab. Dem Roboter mit seinen Greifwerkzeugen macht das wenig aus.
Wer denkt sich die Anlagen aus?
Die werden komplett bei uns entwickelt und gebaut. Ich habe als Maschinenbautechniker die konstrukiv-mechanische Seite der Anlage übernommen, mein Kollege Herr Huber die elektronisch-programmtechnische. Das macht schon Spaß, für den eigenen Arbeitsbereich Ideen einzubringen und zu verwirklichen. Dabei sammelt man viel wertvolle Erfahrung. Wir denken übrigens schon über die nächsten Automatisierungsschritte nach.